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Wer war Alfred Delp?

Alfred Delp SJ (1907-1945)

war ein deutscher Jesuit und Mitglied des Kreisauer Kreises im Widerstand gegen den Nationalsozialismus. Er wurde kurz nach seiner Geburt in Mannheim katholisch getauft.

Er war das zweite Kind seiner Eltern, die  erst kurz nach seiner Geburt katholisch heirateten. Da der Vater und dessen Familie, bei der sie lebten, evangelisch war, wurde er evangelisch erzogen und konfirmiert. Nach einem Streit mit dem evangelischen Pfarrer, wendete sich der Jugendliche von der evangelischen Kirche ab, ging in der katholischen Kirche zur Erstkommunion und wurde gefirmt. Er fühlte sich jedoch auch später in Gefangenschaft noch seinen evangelischen Mitchristen verbunden.

Nach seinem Abitur 1926 trat er in den Jesuitenorden ein und wurde 1937 zum Priester geweiht. Er arbeitete als Erzieher und Lehrer Jesuiten-Kolleg in St. Blasien, danach als Seelsorger in Münchner Pfarreien. Bis der jesuitischen Zeitschrift 1941 vom NS-Regime die Druckerlaubnis entzogen wurde, arbeitete Delp auch für die „Stimmen der Zeit“.

Ab 1942 gehörte Delp durch Vermittlung seines Ordens dem Kreisauer Kreis um Graf von Moltke an. Er brachte in die Entwicklung eines Modells für eine neue deutsche Gesellschaftsordnung besonders Ideen aus der katholischen Soziallehre ein, mit der er sich wissenschaftlich auseinandergesetzt hatte. Nach dem Scheitern des Attentats von Mitgliedern des Kreisauer Kreises am 20. Juli 1944 wurde Delp am 28. Juli 1944 nach der Frühmesse in München verhaftet. Delp war am Attentat und dessen Vorbereitungen selbst nicht beteiligt gewesen, der Vorwurf der Mitwisserschaft wurde vor Gericht fallen gelassen. Die Gestapo bot Delp Freilassung gegen Ordensaustritt an. Doch Delp lehnte ab und legte am 8. Dezember 1944 in der Haftanstalt Berlin-Tegel seine feierlichen Gelübde ab, die ihn endgültig an den Jesuitenorden banden. In den letzten Wochen seines Lebens schrieb er weiter an seiner Vision von Gesellschaft und Kirche. Der Volksgerichtshof unter Vorsitz von Roland Freisler verurteilte Alfred Delp am 9. Januar 1945 wegen Hoch- und Landesverrats zum Tod. Am 2. Februar 1945 wurde Delp in Berlin-Plötzensee hingerichtet.
Über Alfred Delp gibt es zahlreiche Biografien und nicht zuletzt wurden viele seiner Schriften und Äußerungen publiziert.

Einige Zitate von Alfred Delp aus seiner Gefangenschaft:

„Ich kann predigen, so viel ich will, und Menschen geschickt und ungeschickt behandeln oder wieder aufrichten, solange ich will. Solange der Mensch menschenunwürdig und unmenschlich leben muss, solange wird der Durchschnitt den Verhältnissen erliegen und weder beten noch denken. Es braucht die gründliche Änderung der Zustände des Lebens“ (vor dem Volksgerichtshof)

"Es sollen einmal andere besser und glücklicher leben dürfen, weil wir gestorben sind." 

„Das eine ist mir so klar und spürbar wie selten: die Welt ist Gottes so voll. Aus allen Poren der Dinge quillt er gleichsam uns entgegen. Wir aber sind oft blind. (…) In allem will Gott Begegnung feiern und fragt und will die anbetende, hingebende Antwort. (…) Dann wird das Leben frei in der Freiheit, dir wir immer suchen.“

"In wenigen Minuten werde ich mehr wissen als Sie" (letzte Worte zum Gefängnispfarrer)

1959 wurde das Wohnheim des Bauvereins in Frankfurt in der Beethovenstraße nach Alfred Delp benannt und eingeweiht. Es war zugleich Sitz der Katholischen Hochschulgemeinde.

2008 wurde das alte Alfred-Delp-Haus aufgegeben und ein neues Alfred-Delp-Haus auf dem Campus Westend der Goethe-Universität in Betrieb genommen mit 175 Wohnheimplätzen und den Räumen der Katholischen Hochschulgemeinde.

Weitere Studenten-Wohnheime vom Bauverein Katholische Studentenheime in Frankfurt:



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